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Kündigungsschreiben des ehemaligen Ortsbürgermeisters

  • Autorenbild: rainerraab
    rainerraab
  • vor 15 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit trete ich mit Wirkung zum 31.8.2026 von meinem Amt als Ortsbürgermeister von Mommenheim zurück.

Dieser Schritt fällt mir sehr schwer. Aber ich fühle mich nicht mehr in der Lage das Amt weiter auszuüben. Es macht mich krank.

Das Thema mit der auslaufenden Betriebserlaubnis war nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Ich übernehme selbstverständlich die Verantwortung, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Aber das Auslaufen der Betriebserlaubnis beider Kitas liegt im Verantwortungsbereich der VG und nicht in meiner.  Und wenn dann sich auch noch ein VG Bürgermeister hinstellt und rechtswidriger Weise die Verantwortung übernehmen will und uns bittet die Kitas zu öffnen, dies auch den Eltern so kommuniziert, schlägt das dem Fass den Boden aus. Natürlich sind die Eltern auf mich sauer, weil es so aussieht als ob wir die Kita nicht öffnen wollten und nicht aus rechtlichen Gründen.

Manche meinen ein Bürgermeister wäre Verwaltungsfachmann, Landschaftsgärtner, Gebäudemanager, Pädagogische Fachkraft usw. in einer Person. Sie können nicht einsehen, dass ich Rücksprache mit Fachleuten halten muss. Sie erwarten sofortige Aussagen und am besten noch in ihrem Sinn. Widerspruch ist natürlich nicht gewünscht. Einsicht, nicht vorhanden. Es werden immer wieder nur die Probleme, aber nie die Chancen gesehen.

Ich habe das Amt auch übernommen, um auch gestalten zu können, um etwas in Mommenheim zu bewegen. Doch immer mehr verstärkte sich das Gefühl in mir, nur der Beschwerdeempfänger für die Bürger zu sein oder profane Büroarbeit zu übernehmen und Rechnungen freizugeben.

Ich musste schon immer mehr Überzeugungsarbeit leisten, um Beschlüsse durchzusetzen, als mein Vorgänger. Abgelehnte Beschlüsse gab es bei meinem Vorgänger so gut wie keine. Er war ja auch in der Partei, die die Mehrheit im Gemeinderat stellt. Dies ist bei mir nicht so. Das Ganze nagt an mir sehr und ich grübele oft nächtelang.

Nun ziehe ich die Reißleine, um nicht kaputt zu gehen. Ich werde mich nun mehr meiner Familie und insbesondere den Enkeln widmen, was ich auch eigentlich vorhatte als ich vor zweieinhalb Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Rente ging.

Ich wünsche meinem Nachfolger viel Erfolg und der Gemeinde Mommenheim für die Zukunft nur das Beste.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Raab

 
 
 

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